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Drei Säulen, eine gemeinsame Leerstelle: Wie die Konstruktion des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes seine Messbarkeit bestimmt

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ruht auf drei Säulen: Blaue Karte EU, Erfahrungssäule und Chancenkarte. So verschieden sie konstruiert sind, ihre definierende Neuerung erscheint in der amtlichen Statistik nicht. Der Beitrag verbindet Normkonstruktion und Registerführung, ordnet die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen neu ein und zieht eine Folgerung für die Evaluation.

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Zwei Befunde, eine Ursache: Wie die Konstruktion der Erfahrungssäule ihre Größe und ihre statistische Sichtbarkeit bestimmt

Die Erfahrungssäule galt als Kernstück der Fachkräfteeinwanderungsreform 2023. Die Antwort der Bundesregierung vom Dezember 2025 zeigt ein anderes Bild: Von März 2024 bis November 2025 wurden nur 838 Visa nach § 19c Abs. 2 AufenthG und § 6 BeschV erteilt, weniger als bei jedem anderen neuen Zugangsweg. Geringe Größe und schwache Sichtbarkeit folgen derselben rechtlichen Konstruktion.

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Anerkennungspartnerschaft (§ 16d Abs. 3 AufenthG): Architektonische Position im Säulensystem

Die Anerkennungspartnerschaft nach § 16d Abs. 3 AufenthG verschiebt das Verfahren der Berufsanerkennung in die Phase nach der Einreise. In der bisherigen Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes nimmt das Instrument eine architektonisch marginale Position ein: Zwischen Erfahrungssäule, Anerkennungspartnerschaft und Chancenkarte verteilt sich die Erwerbsmigration im Verhältnis 5 – 6 – 88 Prozent. Eine strukturelle Lesart der Diskrepanz zwischen breiter betrieblicher Akzeptanz und marginaler tatsächlicher Nutzung.

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Chancenkarte (§ 20a AufenthG): Mehrdimensionale Trichterbeobachtung und Herkunftsländerheterogenität

Die Chancenkarte (§ 20a AufenthG, seit Juni 2024 in Kraft) erteilte bis November 2025 17.489 Auslandsvisa und 4.706 Inlandstitel. Erklärungsbedürftig sind nicht die Summe, sondern Länderverteilung und AZR-Diskrepanz (−24,6 % 2024 als Untererfassungstendenz, Rebound +19,4 % H1 2025). Die Heterogenität ordnet sich dreistufig: Sprachinfrastruktur und ökonomischer Druck als Voraussetzung, G2G-Anker oder Diaspora als substituierbare Hauptvariable, digitale Diffusion als Beschleuniger.

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Qualifizierungsgeld und Strukturwandel: Beobachtungen zur Implementierung(A)

Das im Jahr 2024 in Kraft getretene Qualifizierungsgeld richtet sich an Beschäftigte in Branchen mit strukturellem Wandel, deren bisherige Tätigkeit von Substitutionsrisiken betroffen ist. Die ersten Anwendungsbeobachtungen zeigen eine konzentrierte Nutzung in industriellen Großbetrieben, eine zurückhaltende Inanspruchnahme im Mittelstand und ein heterogenes Bewertungsbild zwischen Tarifpartnern, Bundesagentur für Arbeit und Bildungsträgern.

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CBAM-Implementierung: Eine regulatorische Zwischenbeobachtung(A)

Die Verordnung zum CO2-Grenzausgleichssystem der Europäischen Union befindet sich seit Beginn der Übergangsphase in einer Periode intensiver Implementierung. Aus regulatorischer Sicht zeichnet sich ein heterogenes Bild: Die berichtspflichtigen Unternehmen entwickeln operative Routinen, während die zuständigen nationalen Behörden ihre Aufsichts- und Beratungsstrukturen aufbauen. Die strukturelle Wirkung auf die deutsche Industrie hängt wesentlich vom Übergang in die definitive Phase ab.

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Anerkennungspartnerschaft nach § 16d AufenthG: Eine Praxisanalyse(A)

Mit der Anerkennungspartnerschaft nach § 16d AufenthG hat das Fachkräfteeinwanderungsgesetz einen kooperativen Rechtsrahmen geschaffen, der Anerkennungsverfahren und Erwerbstätigkeit miteinander verschränkt. Eine erste Auswertung der Verwaltungspraxis zeigt unterschiedliche Aufnahmedichten zwischen Industrie und Handwerk, deutliche regionale Anwendungsunterschiede sowie strukturelle Belastungen in den zuständigen Anerkennungsstellen, Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern.

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Die Chancenkarte in der Praxis: Beobachtungen zur Umsetzung(A)

Die mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz eingeführte Chancenkarte schafft einen punktebasierten Zugangsweg für qualifizierte Drittstaatsangehörige zur Arbeitsuche im Inland. Erste Beobachtungen aus der Umsetzungspraxis zeigen ein differenziertes Bild zwischen administrativer Belastbarkeit der Auslandsvertretungen, der tatsächlichen Wirkung der Punktebewertung und der Übersetzung von Einreisen in stabile Beschäftigungsverhältnisse innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Suchphase.

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